20.02.2017

Die Vielseitigkeit von Schwarz und Weiß


"Schwarz" oder "Weiß", "Gut" oder "Böse", "Hass" oder "Liebe", "Stark" oder "Schwach", "Ganz" oder "Gar nicht" - es gab eine Zeit, in der ich nur zwischen dem einen und dem anderen Extrem springen konnte. Paradoxerweise war ich nie der Mensch, der sich gerne in eine Schublade stecken lies - dennoch verpasste ich alles und jedem Labels, limitierte dadurch meine Möglichkeiten und mein Denken.

Jedoch hielt mich genau dieses "Ganz" oder "Gar nicht" Denken davon ab, die Welt und die Menschen zu sehen, wie sie wirklich sind. Die Dinge sind niemals so schlecht oder so wunderbar, wie es den Anschein hat. Eine Beziehung kann niemals "perfekt" oder "komplett ruiniert" sein, genauso wenig wie Menschen. Ich war eingesperrt in einem Gefängnis, das ich mir selbst in meinem Kopf erbaut habe. Diese Schwaz-Weiß-Malerei zog nur noch weitere negative Gefühle mit sich.

Zu akzeptieren, dass die Dinge nicht nur zwischen Schwarz und Weiß differenziert werden können, erlaubt auch die Grauzonen zu erkennen. Alternative Perspektiven werden komplett ausgeblendet, wir limitieren uns in unserem Denken und lassen die Möglichkeiten einer Problemfindung gar nicht erst zu. Entscheidungen treffen wir nur mit "Ja" oder "Nein" - wenngleich "Vielleicht" die bessere und hilfreichere Variante ist - und genau dieses "Vielleicht" ermöglicht es uns neue Türen zu öffnen und mutig hindurch zu schreiten. Wie oft haben wir uns selbst ein Bein gestellt mit den einfachen Aussagen "Ach, das wird eh nicht klappen - also brauche ich es gar nicht versuchen" - oder "Das wird sicherlich niemand lesen wollen - also verschwende ich erst gar nicht meine Zeit damit, darüber zu schreiben".


Ich bin ein Naturtalent darin mir selbst Steine in den Weg zu legen, es mir unnötig schwer zu machen und (wundersamerweise) ein Ass, wenn es schlussendlich ums Jammern geht. Aus diesem Teufelskreis erst einmal heraus zu kommen, ist ein hartes Stück Arbeit und ich gestehe, dass dieses selbstzerstörerische Verhalten bis heute nicht zu 100% abgelegt wurde. Ich habe jedoch so meine Tricks die ich mir im Laufe der Zeit angewöhnt (und eingeprügelt;) ) habe.
 
- Ich kann eine intelligente Person sein und trotzdem Mist bauen.
- Mein Partner und ich führen eine liebevolle Beziehung und trotzdem schlagen wir uns zwischendurch die Köpfe ein.
- Ich liebe meinen Job und trotzdem gibt es stressige Tage, an denen ich nicht mehr weiter weiß.
- Ich bin mit meiner jetzigen Lebenssituation unzufrieden trotzdem werde ich etwas daran ändern, damit sie besser wird.
 
Ich versuche eine Situation nicht schöner oder schlechter zu reden, als sie in Wahrheit ist. Das würde mich nur wieder in einen Strudel eintauchen lassen. Stattdessen versuche ich die Dinge und Personen so zu akzeptieren, wie sie sind und mir darüber Gedanken zu machen, wie ich die Situation ändern oder sie anders betrachten kann. Dadurch, dass wir von diesem steifen Gedankengang Abstand nehmen vermeiden wir die "Ganz" oder "Gar nicht" Einstellung.

Trotz allem fühle ich mich outfittechnisch in einer schlichten Schwarz-Weiß-Kombination immer noch am Wohlsten ;) 

Wie sieht es denn bei euch aus mit dem Schwarz-Weiß Denken? Kennt ihr dieses "Problem" denn ebenfalls oder hättet ihr weitere Tipps für mich, wie ihr damit umgeht?




 

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Kommentare

  1. Ich liebe monochrome Looks! Ich hoffe sehr, dass Du es schaffst bald wieder glücklich mit deinem Leben zu sein.
    ♡Kristina
    TheKontemporary

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    1. Danke dir, liebe Kristina <3 Es hilft mir schon sehr zu wissen, was nicht passt und welche Probleme man angehen muss. Es geht schon wieder bergauf und ich bin schon richtig freudig auf die positiven Änderungen :D

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  2. Wunderschöner Text Alina! Ich mag auch das Outfit so gerne. Hach ich freu mich immer viel zu sehr über neue Beiträge von dir ;)

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

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    1. Das ist so lieb von dir Süße! Danke Danke Danke! Ich werde da ganz rot wenn du das sagst haha!
      <3

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  3. Liebe Alina, schwarz und Weiß Denken kennt wohl wirklich jeder. Gerade in stressigen Situationen neigt man ganz schnell dazu, einfach weil der Fokus auf dem einen Projekt liegt. Aber wie du auch schon schreibst, die Wahrheit ist wohl, es ist nicht imemr alles schwarz oder weiß sondern tausend grau Töne dazwischen :) Die müssen wir nur entdecken! Das Outfit finde ich trotzdem ganz wunderbar, in der Mode darf es gerne mal schwarz weiß sein :)

    Hab einen tollen Tag!
    Liebste Grüße! ❤ Saskia | www.demwindentgegen.de

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    1. Das ist ein wunderbarer Kommentar, vielen Dank liebe Saskia <3
      Das Problem ist wirklich, dass man - wie du schon so schön gesagt hast - unter Stress nicht mehr wirklich klar denken kann. Es ist leider einfacher sich auf eine Sache zu konzentrieren, als die Möglichkeiten herum in Erwägung zu ziehen. Und die tausenden von Grautönen sind doch alle wunderbar, oder nicht? :)

      Wünsche dir auch einen wundervollen Tag! <3

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  4. Liebe Alina! Danke für diese tollen Worte. Ich kenne diese Situationen nur zu gut. Bei mir gibt es immer nur ein Extrem. Weder ganz oder gar nicht. Was natürlich mit Familie echt oft schwierig ist, sich auch manchmal zurück zu nehmen. Ich bin eben so aufgewachsen, das immer alles so gut wie PERFEKT sein muss. Und jetzt mit 30 tue ich mir oft echt schwer diesen Perfektionismus abzulegen. Doch ich habe seit Kurzem ganz einfache Wege gefunden, mir bewusst zu sagen. "NEIN es muss nicht immer alles Perfekt sein". Es ist wichtig auch Fehler machen zu dürfen. Doch leider lebt uns unsere heutige Zeit doch auch stark den Perfektionismus vor. Aber warum? Wie sollen wir denn so aus Fehlern lernen, wenn sowieso immer alles Perfekt ist? Wichtig ist es einfach, das jeder für sich selbst einen Mittelweg findet um die Balance zu halten.
    Das ist definitiv das Wichtigste! ;-)

    Liebste Grüße Denise http://www.neumodisch.com

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    1. Vielen lieben Dank für deine wunderschönen Worte, Denise! Da hast du so was von Recht, ich kann dich sehr sehr gut verstehen. Es ist auch kein Zuckerschlecken wenn du so viel unter einen Hut bringen musst wie du und ich bewundere dich, wie du das alles meisterst!
      Imperfect is the new perfect, daran sollten wir uns alle halten! Fehler machen uns zu Menschen, sie machen uns liebenswert und sie sollten uns anspornen, nicht verunsichern.

      <3

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  5. sehr schöne Gedanken liebe Alina!
    vermutlich geraten wir alle hin und wieder in dieses schwarz-weiß denken, wenn es uns nicht gut geht oder wir unter Stress stehen z.B. ... aber dann gibt es eben diese Momente, in denen wir die vielen Graustufen erkennen, und das sind die besonders schönen :)

    hab noch eine wunderbare Woche,
    ❤ Tina
    http://liebewasist.com

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  6. Ich wünschte ich könnte dir Tipps geben. Mir ging es lange Zeit auch so, für mich gab es entweder das eine oder das andere, etwas dazwischen? Nein. Ich denke, dass das einzige was bei so einer Lebenseinstellung hilft, ist, an sich selbst zu arbeiten und sich selbst der Dinge bewusst zu werden. Ich bin mit meinem Freund 4 1/2 Jahre zusammen. Es gibt Zeiten, in denen alles perfekt ist, dann gibt es Zeiten, in denen alles drunter und drüber läuft. Es gibt aber, wie du auch gesagt hast, Tage, an denen wir uns echt die Köpfe einschlagen, wir uns nerven bis zum geht nicht mehr, aber nach ein paar Stunden ist alles wieder gut, und wir haben uns wieder lieb. Man muss dem Leben und vor allem seinen Gefühlen einfach seinen Lauf lassen, sich nicht zu viele Gedanken machen. Ich habe meine letzte Steop (2. Antritt) am Montag hinter mir gehabt, und es war meiner Meinung nach viel schlimmer als beim ersten mal - mein Gedanke: kann nicht sein dass ichs geschafft hab, es war schlimmer als letztes mal und ich musste locker 10 Antworten raten. Ein "vielleicht" kam da gar nicht in Frage für mich. Schwups bekam ich gestern die Mail, dass ich die Prüfung geschafft habe - na gott sei Dank.
    Also, was lernen wir? Es muss nicht alles entweder schwarz ODER weiß sein. Wir sollten die Dinge nie nur negativ betrachten, und sich selbst damit hinunterziehen, so wie ich in der Situation die ich grad geschildert habe. Allerdings soll man auch alles nicht Puderweiß , und nur das Gute in allem sehen, das führt auch zu nichts. Man muss für sich selbst einfach eine Balance finden, oder?

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

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