17.08.2014

sunday: die sache mit dem vertrauen

die sache mit dem vertrauen sonntagspost

Im Badezimmer sitzend, ringe ich nach Luft und versuche mit aller Kraft, nicht den Verstand zu verlieren. Ich frage mich, wie es weitergehen soll, was ich tun soll, wie ich mich dir gegenüber verhalten soll. Denn alles was ich will, ist zu vergessen, was du mir angetan hast. Aber ich kann nicht...
***

Wenn du jemandem dein Vertrauen schenkst, gibst du ihm damit die Macht über dich. Die Macht, dich mit einer einzigen Lüge zu zerschmettern. Du baust darauf, dass die andere Person ehrlich und treu ist, dich unterstützt und dir den Halt gibt, wenn du den Boden unter den Füßen verlierst. Vertrauen passiert nicht von heute auf morgen, es ist schwer aufzubauen, dafür aber umso leichter zu zerstören. Eine zerbrochene Vase kann wieder zusammengeklebt werden, aber ihre Risse werden immer da sein, wenn auch nicht sofort sichtbar. Es wird nicht mehr genauso wie früher, du strengst dich an, versuchst es mit aller Kraft, aber es wird immer zwischen euch stehen. Du hast keine Kontrolle mehr... du bist alleine, und du fällst.  

Vergeben jedoch ist etwas, das du unter Kontrolle hast, das du für sich selbst tust.
Vergeben heißt nicht gleich vergessen was passiert ist, es bedeutet lediglich, dass du weitermachen willst. Du lässt dich nicht von den Geschehnissen zurückhalten, du stehst wieder auf, du klopfst dir den Staub von den Knien und machst weiter. Die Wunde wird noch lange bleiben, sie wird ihre Zeit brauchen um zu vernarben - wie jede Narbe wird sie ein Teil von dir, die eine kleine Geschichte erzählt. Sie wird da sein, aber du wirst dich daran gewöhnt haben, sie in deinem Leben zu haben. 


Und nach und nach wird sie nicht mehr auffallen, bis du gar nicht mehr so oft an sie denken musst. Und wenn du es tust, dann erinnerst du dich kurz an den Schmerz der ihn verursacht hat, und du erinnerst dich daran, wie du alleine wieder auf die Beine gekommen bist und weitergemacht hast. Und dafür wirst du stolz auf dich sein. 

Das Wertvollste was du jemandem geben kannst, ist dein Vertrauen. Es macht dich in jeder Hinsicht verletzlich und manipulierbar. Das Wertvollste was du dir schenken kannst, ist der Mut, dich der Möglichkeit auszusetzen verletzt zu werden; und die Kraft, wieder aufzustehen wenn du gefallen bist.  

die sache mit dem vertrauen sonntagspost

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Kommentare

  1. Deine Worte haben mich wirklich berührt.
    Ich selbst kenne nichts schlimmeres jemandem uneingeschränktes zu Vertrauen und dann herauszufinden das er dieses Vertrauen missbraucht.
    Es kann alles zerstören was über Jahre hinweg aufgebaut wurde. Alles was man sich für die Zukunft gewünscht hat..
    Das Vergeben und Aufsehen fällt dann äusserst schwer. So schwer das man glaubt auf ewig in einem Loch gefangen zu bleiben. Und selbst wenn man sich daraus befreit merkt man noch immer das ein Teil seines Herzens noch dieses Loch aufweißt.
    Mit viel Glück findet man aber dann diesen einen Menschen der sein Herz wieder vollständig macht. Man vertraut ihm und ist für ihn da. Und hofft das dieser Mensch in einem selbst ebenfalls eine solche Person gefunden hat. Das ist es was ich mir mehr wünsche als alles andere: Das ich mein Leben mit dieser Person verbringen darf.

    Dir wünsche ich den Mut und die Kraft alles zu überstehen. Sowie Glück und Gesundheit für dich und alle deine Liebsten und Freunde.
    Gib niemals auf und denk immer daran das du etwas besonderes bist.

    Alles gute von jemandem der eine hohe Meinung von dir hat

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    1. Ich danke dir vielmals für deine aufbauenden und liebevollen Worte. Ich merke, dass es dir genauso ergangen ist (oder ergeht) wie mir. Solche irreversiblen Schäden sind schmerzhafter, wenn man alleine damit leben muss. Ich hoffe dass du jemanden an deiner Seite hast, der dir die Last ein wenig abnehmen kann. Sei es ein Familienmitglied, ein guter Freund oder eine neue Person in deinem Herzen.

      Ich danke Dir!

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